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Biedesheimer Taufbecken
Alle Fotos sind von Heidelore Schulz gemacht

Die Andreaskirche zu Biedesheim

Das Taufbecken:
Die Andreaskirche zu Biedesheim stammt aus dem 10. Jahrhundert. In der Mitte des Saales befinden sich unter dem ursprünglichen romanischen Fußboden Reste einer Taufanlage. die auf die frühromanische Zeitepoche hinweisen. Diese Taufanlage ist einmalig in der Pfalz. Sie besteht aus einem Rundschacht von 53 cm Durchmesser und einer Tiefe von 67 cm. Um die Oberkante war ursprünglich ein zweistufiger Sandsteinring von 2 Meter Durchmesser gemauert. Die Taufanlage hat ihre Vorbilder in frühchristlicher Zeit und ist immer noch Bestandteil der jetzigen Kirche (bedeckt von einem Läufer im Mittelgang). Wahrscheinlich war auf dem Sandsteinring eine große Taufschale, die vermutlich bei der Kirchenrenovierung um 1700 zerstört wurde. Die Taufanlage zeigt, dass die Andreaskirche, an der alten Hochstraße von Worms nach Lothringen gelegen, eine Missionskirche war. Für die nähere und weitere Umgebung wurde die Kirche als Tauf- und Pfarrkirche genutzt. 

Der Innenraum:
Im Jahr 1100 wurde die Kirche von dem Kloster Hornbach der Propstei Zell übereignet. 1458 erhielt die Kirche ihren jetzigen Eingang. Aus dieser Zeit stammt auch das Sakristeiportal im Chorraum. Die Saktristei wurde im Jahr 1840 abgerissen. Die Grundmauern wurden 2002 wieder freigelegt. 

Die Wandmalereien zeigen die Bedeutung der Kirche im Mittelalter. Diese wurden 1964 unter drei Putzschichten gefunden und von dem Kirchenrestaurator Artur Kalbhenn freigelegt und restauriert. Die Fresken entstammen der gotischen Kulturperiode und wurden von dem Kunsthistoriker Dr. Wolfgang Medding wie folgt zeitlich eingeordnet:

Frühes 13. Jh: Ostwand: Diakon, Kreuzigungsgruppe, Ornamentik
Um 1300: Fensternischen mit 4 Heiligen
Mitte 1400 Jh: Nordwand: Passionsbilder, gotischer Spitzbogen zeigen von links nach rechts: 
- Der Verrat Jesu
- Die Gefangennahme
- Gebet auf dem Ölberg
- Verhör vor Pilatus
- Die Geißelung
- Die hl. Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
- Simon von Kyrene nimmt Jesus das Kreuz ab
- Die Grablegung
- Die Auferstehung
- Gang nach Emmaus
Mitte 1400 Jh: Ostwand: Apostelbilder
Frühes 1500 Jh: Nordwand: zwei große Heiligenfiguren: Die weibliche Figur trägt ein Modell der Kirche in der Hand. Die andere Figur zeigt Jakobus mit der Muschel

Der obere Abschlussfries wurde als Fragment aus dem 13. Jahrhundert über dem Chorbogen gefunden und um das Kirchenschiff herumgeführt.
Die Malereien im Chorraum und an der Südwand wurden wahrscheinlich um 1700 beim Anbringen der größeren Fenster zerstört. Heute ist nur noch ein Fenster aus der gotischen Zeit an der Südwand, am Treppenaufgang zur Empore erhalten.

Die Fresken hinter der Kanzel zeigen die Kreuzigungsgruppe und die Apostelbilder, darunter auch der hl. Andreas, der Namensgeber der Kirche.

Der Sandsteinaltar trägt die Zahlenaufschrift MDCCII (1702). Die Eingangstür stammt aus dem Jahr 1700. 

Die Glocke im Dachreiter wurde 1708 gegossen und dient heute als "Vaterunserglöckchen". Dieser Dachreiter wurde 2008 stabilisiert und die Glocke neu befestigt.


Die Orgel wurde 1874 von der Firma Walker aus Ludwigsburg gebaut.

Im Altarraum befindet sich an der rechten Seite eine Grabplatte aus dem Jahr 1532 mit der Aufschrift:
-Anno d(omi)ni 1532 die infintionis crucis obiit ve(nerabi)lis d(omi)n(u)s Valentinus pl(e)b(a)n(u)s eccl(es)ie (cuius) a(n)i(m)a Requiecat in pace ame(n).

Dies ins deutsche übersetzt heißt:
- Im Jahr des Herrn 1532 starb am Tag der Kreuzfindung (3. Mai) der ehrwürdige Herr Valentinus, Pleban dieser Kirche, dessen Seele in Frieden ruhen möge. Amen.

 

Wir laden Sie herzlich ein, diese wunderschöne kleine Kirche vor Ort in Biedesheim zu besuchen. Im Schaukasten hängt die Information, wo Sie auch unter der Woche den Schlüssel zu dieser Kirche abholen können zur Besichtigung. 


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Prot. Dekanat Donnersberg
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                          Frau Jennifer Tuchel

Tel. 06352/7067020
Fax 06352/7067028

E-Mail: dekanat.donnersberg.kibo(at)evkirchepfalz.de

Öffnungszeiten:

Montag - Freitag   08.00 - 14.00 Uhr

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Evangelische Kirche der Pfalz
(Protestantische Landeskirche)

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